Historie der Tiffanytechnik
Die Tiffany-Technik ist nach Louis Comfort Tiffany benannt und ist eigentlich eine Kupferfolientechnik. Hierbei werden die Ränder eines Glasstücks mit einer dünnen Kupferfolie eingefasst. Louis C. Tiffany hat diese Kupferfolie selbst hergestellt, d.h. aus Kupfer zu einer dünnen Folie getrieben, zugeschnitten und, damit sie am Glas klebt, mit Bienenwachs bestrichen. Heute können Sie die Kupferfolie als unterschiedlich breite Rollen mit einseitig belegtem Klebstoff, in jedem Tiffanyladen kaufen.
Wenn man die einzelnen mit Kupferfolie eingefassten Glasstücke eng zusammenschiebt und miteinander verlötet, befindet sich zwischen den zwei Gläsern ein U-Profil, wie bei der Bleiverglasung. Es können aber mit der Kupferfolientechnik gegenüber der Bleiverglasung wesentlich kleinere Glasstücke verarbeitet werden. Das Gesamtergebnis, z.B. eine Tiffanylampe, ist viel filigraner und schöner und lässt sich in Bleiverglasung kaum herstellen.
Natürlich steckt hinter diesem Begriff „Tiffanytechnik“ wesentlich mehr. Eine ganze Kunstrichtung, ausgelöst durch Louis C. Tiffany, entstand um die Jahrhundertwende.
Louis Comfort Tiffany wurde am 18. Februar 1848 geboren und wuchs in New York auf. Sein Vater, der erfolgreiche Juwelier- und Silberhändler Charles Lewis Tiffany war damals schon ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann.
Louis C. Tiffany startete seine Künstlerlaufbahn mit der Malerei. Er machte eine größere Studienreise nach Europa.
In Deutschland, Italien und Spanien studierte er die Malerei. In Paris hatte er seinen festen Wohnsitz. In Frankreich besuchte er öfters die Kathedrale von Chartres, wo ihn die Glasfarben der Kirchenfenster, die aus wunderschönen farbigen Glas sind, begeisterten. Die Herstellungsverfahren über die Farbglasherstellung waren leider verloren gegangen. Glasfenster wurden damals bemalt und dann eingebrannt. Die Farbe war nicht mehr im Glas, sondern auf dem Glas. Das Glas war stumpf und hatte keine Leuchtkraft.
Nach seiner Rückkehr nach Amerika befasste sich Louis C. Tiffany mit der Glasherstellung. Er wollte Farbglas nach den alten Verfahren herstellen. Er machte sehr viele Versuche mit unterschiedlichen Grundstoffen, bei denen manche Glasfabrik in Rauch aufging.
1872 stellte Louis C. Tiffany, mit 24 Jahren, schon Glas in seiner eigenen Werkstätte her. Es war ihm gelungen, den weltberühmten Opalton herzustellen. Im Laufe der Jahre befanden sich in seinem Glaslager 5000 verschiedene Farbgläser.
Folgende Sätze schrieb Tiffany 1917 (entnommen aus „Louis Comfort Tiffany“ von Hugh F. McKean):
„Damals fiel mir auf, dass das zur Herstellung von Weinflaschen und Vorratsgefäßen verwendete Glas farbintensiver, edler und an Schönheit und Vielfalt in der Farbschattierung reicher war als alle sonst erhältlichen Glaswaren. Ich machte mich daran, diesem rätselhaften und merkwürdigen Phänomen auf den Grund zu gehen…….
Ich begann, mich mit Chemie zu beschäftigen, und baute Glasöfen, von denen zwei durch Feuer zerstört wurden. Meine Experimente waren zunächst erfolglos, zeitigten dann aber von Jahr zu Jahr trotz ihrer scheinbaren Aussichtslosigkeit zunehmend bessere Ergebnisse.“ Louis C. Tiffany, 1917
Louis C. Tiffany hat aber nicht nur Glas hergestellt und aus seinem reichhaltigen Glasangebot wunderschöne Kunstwerke wie Lampen und Fenster geschaffen. Er gestaltete 1873 die Repräsentationsräume im Weißen Haus und entwarf Innendekorationen für Villen und Wohnhäuser. Viele der Dekorationsstücke wurden in seinen eigenen Werkstätten entworfen und hergestellt. Die erhaltenen Kunstgegenstände werden heute zu sehr hohen Preisen gehandelt.
Louis C. Tiffany starb am 17. Januar 1933 in New York. Für uns als Kunsthandwerker sind die wunderschönen Gläser und die Kupferfolientechnik (Tiffanytechnik) geblieben. Dafür bin ich Louis C. Tiffany sehr dankbar, denn ich arbeite, wenn auch mit einigen neuen Methoden, nach seinen Ideen und Techniken.
Farbe ist für das Auge wie Musik für das Ohr.
(Louis C. Tiffany)

